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Teil 2 - Über meine persönlichen Highlights - Sandtorfer Bruch und Kirschgartshausen

Von Sandtorf aus geht es in Richtung Westen zur Blumenau. Leider verbindet augenblicklich nur der Viernheimer Weg, eine Landesstraße mit erlaubtem Tempo 70, beide Stadtteile. Zwar kämpfen Anwohner für einen parallel ver-laufenden Fuß- und Radweg, aber die Stadt Mannheim macht ihnen aktuell keine Hoffnung. Es gibt aber zu dem einen Waldweg, der vis á vis der Eugen-Neter-Schule bis auf die ersten 100m mit dem Rad gut befahrbar ist. Über ihn verläuft die Route. Am Ende geht es rechts unter der Eisenbahnbrücke hin-durch, nach weiteren 200m rechts in die Straße „Auf der Blumenau“ und an den Coleman Baracks vorbei, bis zum nördlichsten Naturschutzgebiet Mann-heims, dem Sandtorfer Bruch. Wer Entschleunigung sucht, ist hier absolut richtig. Ein Landwirtschaftlicher Betrieb, ein Pferdehof. Das war´s. Ansonsten nur Felder und Wiesen, abgeteilt durch Feldraine. Ein Feuchtbiotop. Reiher. Rehe. Das Gezwitscher der Vögel. Und das Summen der Bienen.

 

Naturschutzgebiet Sandtorfer Bruch

Die Route führt mitten durch. Aber um das gesamte Gebiet zu entdecken, sei ein Spaziergang zu empfehlen. In Richtung Westen folgt Scharhof, ältester Vorort Mannheims, der sich von dem Namen Scarra ableitet und dessen Geschichte bis weit vor seiner Erwähnung im Lorscher Codex im Jahr 764 zurückreicht. 

Der Mannheimer Norden fällt mit Blumen zum Selberschneiden auf. Dabei handelt es sich schon lange nicht mehr nur um Sonnenblumen. Zahlreiche andere Sorten wie Gladiolen und Dahlien werden angeboten.

Im Frühjahr erfreut der Spargel, der ebenfalls hier in unmittelbare Nähe zum hessischen Lampertheim, das neben Schwetzingen, für die ausgesprochen gute Qualität des Königsgemüses steht, angebaut wird. Kurz darauf folgen die  gutbestückten Erdbeerfelder mit prallen saftig-süßen Früchten. Zahlreiche Verkaufsstände säumen die Straßen und buhlen um die Gunst der Kunden. Mannheim bereitet in den warmen Monaten einfach nur Freude!

Ein Blumenfeld bei Mannheim Scharfhof

Und wer tapfer mit dem Rad die B44 hinter sich lässt, wird für seine Strapaze entlang der Bundesstraße, um ein vielfaches belohnt! Kirschgartshausen. 

Mein ganz persönliches Mannheimer Highlight.

Der nördlichste Zipfel Badens gehörte anfänglich dem Kloster Schönau (Odw.), später im 13. Jahrhundert dem Kloster Kirschgarten in Worms. In den 1930er Jahren wurde es nach Mannheim eingemeindet. Die bis heute verblie-benen Häuser und Scheunen stammen aus dem 18. 19. und 20. Jahrhunderts, darunter das Herrenhaus, eine Villa und ein Verwaltungsgebäude. Das Her-renhaus war vor wenigen Jahre noch ein Ausflugslokal. Nun verwahrlost lei-der vieles. Nur die Häuser im hinteren Bereich sind bewohnt. Zudem gehören einige Scheunen und das Verwaltungsgebäude zur Mannheimer Südzucker AG, die auf der Friesenheimer Insel ihre Produktion, in der Oststadt ihren Ver-waltungssitz und hier in Kirschgartshausen ein Versuchsgut zur Erforschung nachhaltiger Lösungen für den Zuckerrübenanbau eingerichtet hat.

Links das ehemalige Herrenhaus - unten: Villa und Verwaltungsgebäude

 

Seit 2019 bietet Baden-Württemberg, offizieller Eigentümer, das 35.000ha große Areal zum Verkauf an. Da ich selber das Geld nicht habe, bleibt mir nichts anderes übrig, als meine Hände gen Himmel zu strecken und zu hoffen, dass sich ein zweiter Carl Reiss findet, der die Schönheit und das Potenzial Kirschgartshausen erkennt und ihm neues Leben einhaucht! 

Hinter Kirschgartshausen geht es auf den Rheindamm und bei Bauer Merz vorbei. Vor einigen Jahren gelang Karin Merz ein wirtschaftlicher Clou. Neben Hofladen und Wochenmarktstand führte sie "Karins Frische Kiste" ein und liefert seitdem erfolgreich frisches Gemüse direkt nach Hause.

Den zweiten Abschnitt des Rheindamms spart man sich am besten. Denn bevor das RP Karlsruhe weiter über die Sanierung des Rheindamms auf dem Lindenhof sinniert, sollte es lieber diesen Teil zuerst in Angriff nehmen. Der parallel verlaufende befestigte Weg führt zur Kläranlage, dahinter einmal rechts und einmal links wieder zur Theodor-Heuss-Brücke und zum Anfangs-punkt der letzten Mannheimer Route zurück.

 

 

2. Streckenabschnitt der Route "Die kleinen im Norden"

01  Naturschutzgebiet Sandtorfer Bruch, Adresse: Auf der Blumenau

02  Mannheims ältester Vorort: Scharfhof, Kirschgartshäuser Straße

03  Kirschgartshausen, Adresse: Der hohe Weg zum Rhein

04  Bauer Merz, Der hohe Weg zum Rhein 19

 

Fahrtzeit der gesamten Strecke: 2 Std. und 30 Min.

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