· 

Teil 4 - 15.000 Bäume, aber über Sträucher spricht keiner

Das Umweltdezernat unter Felicitas Kubala bat einst die Bewohner Mannheims, geeignete Stellen für Neubepflanzungen von Bäumen mitzuteilen. Ein beherzter Aufruf der Mitgestaltung!

In ihrem Wahlprogramm versprach die CDU, dass mit den 15.000 Neubürgern auf den Konversionsflächen 15.000 neue Bäume gepflanzt werden. Ehrenwert!

Aber wo die Partei die Bäume einpflanzen möchte, davon sprach sie nicht. Ich kann 15.000 Bäume auf eine Fläche pflanzen, dann habe ich einen Wald. Ob das dem Stadtklima hilft, sei dahingestellt. Und ich verstehe nicht, warum Frau Kubala, stellvertretend für die Grünen, um unsere Mithilfe bittet? Ein Blick auf Google Earth genügt, um zu sehen wo es an Bäumen fehlt: In den Quadraten. In der Neckarstadt - sowohl Ost als auch West.

Die Antwort liegt also nahe: 15.000 Bäume gehören in den zahlreichen Baumlosen Straßen des Stadtkerns und nicht auf bestehende Naturflächen. Aber warum ist in dieser Richtung nichts zu hören? Ist die vergleichsweise aufwändige und vermutlich teure Einrichtung der Baumscheiben der Grund? Oder könnte das Weg-fallen von Parkplätzen in den Wohngebieten Wählerstimmen kosten?

Und die Frage wäre, ob bei der Einpflanzung von 15.000 Bäumen auch ein Bewässerungskonzept inkludiert ist? Denn was nützen Bäume, wenn sie wegen der langanhaltenden Trockenperioden nicht ausreichend mit Wasser versorgt werden, krank und anschließend eingehen? Wie wäre es mit der Einführung einer Baumscheibenpatenschaft. Die Stadt richtet die Scheibe ein und pflanzt den Baum. Bürger setzen ihre Blumen dazu, pflegen die Scheibe und gießen regelmäßig. Somit kommt der Baum auch zu seinem Wasser. 

Aber eins noch: Bei allem Verständnis für den Erhalt von Bäumen und den dringenden Bedarf an Neupflanzungen, hier mein ganz persönlicher Appell: Es dürfen bei dieser ganzen Umweltdebatte Sträucher und Hecken nicht zu kurz kommen! Auch sie sorgen für ein ausgewogenes Stadtklima und bieten Vögeln und Klein-tieren Nist- und Schutzplätze. Ihre Beeren dienen als Nahrung. Ihre Blüten erfreuen Insekten. Zahlreiche Doppelstabmattenzäune befinden sich im gesamten Stadtgebiet, grenzen private Firmengelände oder städtische Einrichtungen wie Schulen und Kitas ab. Ihr tristes Aussehen fordert es förmlich heraus sie mit Grün zu bedecken.

Und was ist mit Blumen? Mir als Bürger geht natürlich auch das Herz auf, wenn ich den mit bunter Blütenpracht geschmückten Friedrichsplatz sehe. Ist ab teuer in Anschaffung und Pflege. Das das nicht überall im Stadtgebiet umgesetzt werden kann, leuchtet mir ein. Aber was spricht gegen die Samenaussaat von mehr-jährigen Wildblumen auf Verkehrsinseln und Grünstreifen? Heidelberg und andere Städte machen es erfolgreich vor! Lernen wir daraus, Mannheim zuliebe!

Mannheim könnte noch grüner sein!

Dabei liegt die Verantwortung nicht nur bei der Stadt.

 

Dieses Bild ist eine freundliche Leihgabe. Urheberin dieses Bildes ist die Mannheimerin Janita Lesser.

Übernahme und Veröffentlichung (auch auszugsweise) von diesem Bild bedarf in jedweder Form,

sei es elektronisch oder mechanisch, der ausdrücklichen und schriftlichen Genehmigung.

Kontakt/Instagram Account: lifeof_sharless

Kommentar schreiben

Kommentare: 0