Teil 2 - Über musizierende Frösche und den Duft frischer Wäsche

Es geht nochmal in den Dossenwald, den ich schon bei der Route „Zwischen Neckar und Dossenwald“ mit all seinen Sehenswürdigkeiten vorgestellt habe. Es ist wirklich tragisch, dass insbesondere er unter der Klimaveränderung zu leiden hat. Auf dem Weg dorthin kommt man am Wasserwerk Rheinau vorbei, dass nur wenige Jahre jünger ist als sein Pendant im Käfertaler Wald. Von hier aus erhalten die Mannhei-mer das meiste Trinkwasser, genauer gesagt wird bis zu 6.300 Kubikmeter stündlich gefördert. Von außen lässt es sich erahnen wie beeindruckend die Bauwerke auf dem Gelände sind. Auch bei Zweckbauten waren damals vor 100 Jahren die Architekten einfach stilsicher.

Nach dem Schlenker durch den Wald geht es zurück zum neuen Rheinauer Bahnhof. Die Unterführung bringt Radfahrer und Fußgänger auf die andere Seite. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Dossenwald ist einfach ein Paradies! Und bleibt es hoffentlich auch...

Oben auf der Rhenaniastraße geht es links. Nach dem Überqueren der großen Kreuzung, verläuft die Route schräg rechts über die Lüderitzstraße nach Rheinau-Süd. Am Ende dann links in die Frobeniusstraße. Von hier aus führt anschließend ein Weg runter zum Rheinauer See. Der hier am nord-östlichen Abschnitt freizugängliche See wartet mit einem langen Sandstrand und zahlreichen Freizeit- und Sportangeboten auf. Bäume bieten in den heißen Sommermonaten schattige Plätzchen. Vor einigen Jahren geriet der See wegen angeblich mangelhafter Wasserqualität in die Schlagzeilen. Der Vorfall wurde rasch aufgeklärt, seitdem wird er bis heute mit "ausgezeichnet" bewertet. Der Baggersee misst eine Wasserfläche von 12ha. 10ha sind im privaten Besitz des Unternehmers Peter Lindenberger, der hier die beliebte Wasserski- und Wakeboardinganlage betreibt. Was, glaube ich, nicht viele wissen: Vom Mannheimer Hbf aus fährt man mit Bus und Bahn nur 15 Min. bis zum See!

Der Rheinauer See

Wer denkt, mit dem Rheinauer See ist das Ende erreicht, der irrt. Denn nun hat die Route das südlichste Naturschutzgebiet unserer Stadt zum Ziel, dass leider bei vielen Bürgern nicht wirklich präsent ist. Die Rede ist von den Ried-wiesen, genauer gesagt den Backofen-Riedwiesen. Hierfür verlässt der Weg für wenige Minuten die Mannheimer Gemarkung. Über Rheinauerstraße und Lessingstraße der Nachbargemeinde Rohrhof / Brühl geht es zum Rhein-damm, der beide Orte trennt. Wiesen und Felder, soweit das Auge reicht. In der Ferne ein schmaler Waldstreifen, der uns den Blick auf den Rhein ver-wehrt. Hier ist der Start einer bunten Seenlandschaft. Auf Mannheimer Seite sind es eher kleine unscheinbare Tümpel, Richtung Süden werden sie größer und bieten vielen Tieren ein Zuhause. Im späten Frühjahr erklingt hier das Konzert hunderter Frösche. Ende August stärken sich zahlreiche Weißstörche nochmal kräftig mit tierischer Nahrung, bevor sie den weiten Flug nach Afrika auf sich nehmen.

Die Riedwiesen erreicht man auch über die Essener Straße im Rheinauhafen

Was für ein Kontrast! Über einen kurzen Feldweg und einem gefestigten Weg geht es zur Essener Straße und zu einem Routenabschnitt, der uns wieder be-wusst macht, dass Mannheim eine Industriestadt ist: Der Rheinauer Hafen mit seinen vier Becken. Startschuss für die Anlegung des Hafens gab einst eine ehemalige Ziegelei. Die Essener Straße wirkt, als würde sie ins Unendli-che führen. Man würde nicht vermuten, das am Ende der Antwerpener Stras-se, die von der Essener abgeht und parallel verläuft, sich ein beliebtes Schiffs-restaurant namens „Heimat“ am Rhein befindet. Doch diese Route biegt vor-her in die Ruhrorter Straße ab und führt mitten durch das Hafenareal. Man-gels vorhandener Radwege ist insbesondere an Werktagen Vorsicht geboten, wenn reges Treiben auf den Straßen herrscht. Das nächste Ziel ist eines der beliebtesten Fotomotive der Stadt. Die Rede ist vom Neckarauer Grosskraft-werk, das 100 Jahre nach seiner Gründung wegen der Verarbeitung von Steinkohle immer wieder in der Kritik steht.

Das Grosskraftwerk Neckarau an der Altriper Straße

Meist ist die Brücke mit den auffälligen roten Bögen, über die die Route verläuft, Teil des Motivs. Fotogra-fen stehen dann auf der Fußgängerbrücke weiter südlich, an der sich auch die historische Pegeluhr des Hafens befindet. Nicht unweit entfernt trifft man auch auf das ehemalige Elektrizitätswerk Rheinau, ein langgezogener, heller Klinkerbau - wie viele andere Hafengebäude aus der Entstehungszeit des Hafens. Von der Brücke hier aus lässt sich der Hafen aber gut überblicken. Frischer Duft weht vom Waschmittel-hersteller Unilevers herüber und verwirrt die Sinne. Es geht steil aufwärts. Am Großkraftwerk befindet sich die Altripfähre, die seit der Hochstraßensperrung in Ludwigshafen begehrter ist denn je. Von hier aus lassen sich gut Radtouren nach Speyer, zur Blauen Adria oder zum Wildpark Ludwigshafen-Rheingön-heim unternehmen. Vor einigen Jahren feierte sie ihr 750-jähriges Bestehen. Damals überquerte sie noch mit Hilfe eines Seilzugs den Rhein. Heute ist sie motorisiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die alte Pegeluhr neben der Fußgängerbrücke im Rheinauer Hafen

 

2. Streckenabschnitt der Route "Wasserreiches Rheinau, geliebter Waldpark"

01  Wasserwerk Rheinau, Hallenweg

02  Dossenwald, vom Friedrichsfelder Weg aus zu erreichen

03  Rheinauer See, Frobeniusstraße (Zugang zum kostenlosen Strand)

       Wasserski- und Wakeboarding-Anlage, Rohrhofer Straße 55

04  Backofen Riedwiesen über Essener Straße 25a, öffentlicher Zugang über

       das Gelände der Firma Günther und Schramm

05  Pegeluhr, Gassmannstraße

06  Ehemaliges Elektrizitätswerk Rheinau, Harpener Straße 1-3

07  Großkraftwerk Neckarau, Altriper Straße

08  Rheinfähre Altrip, über die Straße "Rheinfähre" zu erreichen.

 

 

Fahrtzeit der gesamten Strecke: 2 Std. und 10 Min.

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