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Teil 5 - Rettet den Friedrichspark!

Im Zusammenhang mit dem Klimawandel rückt seit geraumer Zeit die Warnung vor weiterer Versiegelung der Böden immer mehr in den Vordergrund. Insbeson-dere Städte werden weiter unter steigenden Wetterextremen leiden. Zum einem staut sich die Hitze in den Straßen, zum anderen gehen durch die Bodenversie-gelung immer mehr Naturböden verloren, die bei starken Regenfällen Wasser aufnehmen könnten, schließlich kapituliert auch das beste unterirdische Kanalnetz ab einem bestimmten Punkt. Überflutungen sind die Gefahr.

Auch in Mannheim ist dieses Problem ein Thema. Auf der Vogelstang haben damals in den 1960er Jahren die Macher in der Hinsicht alles richtig gemacht und die Gebäude lose angeordnet. Viele Grünflächen liegen dazwischen. Die MWSP plant das auf ähnlicher Weise auf Franklin in Form eines Grüngürtels. Vorbildlich. Da hat man sich vom Nachbarn was abgeschaut. - Mit Blick in die Quadrate aber wendet sich das Blatt.

Hier plant die Universität den historischen Friedrichspark, Teil des Schlossgartens, zu bebauen. Da sie in vielen internationalen Rankings hochplatziert ist, will sie sich – ja, zu recht – vergrößern. Des Weiteren sind umfangreiche Sanierungsarbeiten im Schloss vorgesehen, Vorlesungsräume gehen für eine bestimmte Zeit verloren. Auch ist es verständlich, dass man eine Campus-Struktur beibehalten und darum nahe des Schlosses bauen möchte. Das allerdings die Idee im Raum steht, Teile des Friedrichsparks zu bebauen, geht auf keine Kuhhaut. Schließlich wurde es schon einmal getan! Macht Euch mal den Spaß und geht auf Google Maps. Mit der Satelliten-Einstellung hat man eine gute Draufsicht auf das Gelände in A5. Dieses Quadrat gehörte noch vor rund 100 Jahren ebenfalls zum Park. Heute befindet sich mittig die Fakultät für Sozialwissenschaften in einem – wie drücke ich es feinfühlig aus – nicht ganz repräsentativen Gebäude. Der grau-blaue sechs geschossige Bau besteht aus den leicht versetzten Teilen A und B, die miteinander verbunden sind. Außerdem befinden sich hier ein Parkplatz und eine nichtgenutzte Grünfläche. Nun soll das neue Rechenzentrum östlich des Gebäudekomplexes und vier weitere Gebäude vis á vis im Friedrichspark entstehen. Der Vorteil wäre, so heißt es, dass der Park an Aufenthaltsqualität gewinnt. Heute sei er verwahrlost und nicht einladend. Das ist richtig. Aber durch eine Teilbebau-ung wird der Park, der dem Land gehört, nicht attraktiver. Warum er heute nicht genutzt wird, liegt schlicht und einfach daran, dass sich neben dem leerstehen-den und abrissreifen Eisstadion hier Auf- und Abfahrten zur Konrad-Adenauer-Brücke befinden. Wer möchte in so einer Kulisse bitte in diesem Park verweilen? Niemand! Der Friedrichspark und der Schlossgarten sind nur durch eine neue Verkehrsinfrastruktur zu retten.

Und Herrn Thomas Puhl, dem Universitätsrektor, kann ich nur empfehlen, das Quadrat A5 effizienter zu nutzen. Statt eines Parkplatzes: eine Tiefgarage. Das Rechenzentrum: im Untergeschoss einrichten. Das Bestandsgebäude sollte lieber einem Neubau weichen, der das Quadrat in Weite und Höhe voll ausnutzt und mit einem im Kern großzügigen Grünbereich mit Aufenthaltsqualität punktet. So wie es eben bei den anderen Quadraten auch der Fall ist. In B6 gegenüber hat doch die Universität schon bewiesen, dass sie geschmackvoll, energetisch und effizient bauen kann.

Fazit: Der Friedrichspark darf nicht Opfer einer weiteren Versiegelung werden! Wehrt Euch!

Das Mural "Die Freiheitstesterin" vom Künstlerdou Sourati musste schon einem Universitätsneubau weichen.

Dem Friedrichspark darf nicht das Gleiche geschehen.

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