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Teil 3 - Über das Käfertaler Schloss und die Zukunft der Mannheimer Straße

Die Route führt nach Alt-Käfertal. Und wer bei Käfer an possierliche kleine Tierchen denkt, muss ich hier an dieser Stelle leider enttäuschen. Die Ein-wohner hatten keine romantische Vorstellung bei der Namensfindung ihres Wohnortes. Laut diverser Quellen stammt der Begriff von Kiefer ab und das trifft letztendlich auch eher zu, schließlich besteht der Käfertaler Wald aus zahlreichen Exemplaren dieser Baumgattung. Mit den heutigen, dramati-schen Veränderungen des Klimas, kann man nur hoffen, dass es Menschen in späterer Zukunft nicht noch schwerer fällt, den Namen herzuleiten, da ins-besondere die Kiefer sehr unter den Trockenperioden der letzten Jahre zu kämpfen hat. Auch im Käfertaler Wald, in dem Kurfürst Carl Theodor zu Lebzeiten so gerne auf Jagd ging. Dafür ließ er eigens im "Tal der Kiefer" ein kleines Jagdschloss errichten. Äußerst bescheiden im Vergleich zum Schwet-zinger Schloss, dass ihm neben seiner Funktion als Sommerresidenz eben-falls für diese Freizeitbeschäftigung diente.

Die Käfertalschule in der Wormser Straße 26 war früher ein Jagdschloss.

Nach Überqueren der Waldstraße, folgt gleich rechts eine grüne Ader, die die Wasserwerkstraße mit der Poststraße verbindet. Die Lärmschutzwand macht ihre Arbeit gut. Es ist kaum was von der Waldstraße zu hören. Die Poststraße führt in den Kern Käfertals. Rechts über die Wormser Straße gelangt man zu Carl Theodors ehemaligen Jagdschloss, dass heute eine Grundschule ist. Schon ein kleines Stück vorher geht links der Kirchplatz ab. Am Ende geht es weiter in die Gewerbstraße schräg gegenüber. Nach 50 Metern führt ein schmaler Weg an einer ehemaligen Tabakscheune vorbei in den Stempelpark, das Zentrum des Ortes. Er wird gerne von den Käfertalern genutzt. Eine große Wiese lädt zum Picknicken ein, Sitzbänke zum Auszuhen. Es gibt einen Spiel-platz und moderne Skulpturen. An dem Park grenzt die Kulturhalle Käfertal, die evangelische Unionskirche, die Mannheimer Straße, die einst eine gute Infrastruktur aufwies, heute aber ein trauriges Dasein fristet, und ein neuer großer Supermarkt, den man sich jahrelang herbeisehnte.

Der Stempelpark an der Mannheimer Straße

Die Hoffnung ist wohl, dass er die Mannheimer Straße neu belebt, dass die wenigen Geschäfte mehr frequentiert werden und neue Ladenkonzepte entstehen. Zu wünschen wäre es. Seckenheim und Feudenheim haben es vorgemacht. Doch dazu gehört es mehr. Die ehemalige Einkaufsstraße braucht dringend breitere Gehwege und eine Verkehrsberuhigung, vielleicht sollte sie auch nur noch von einer Seite befahrbar sein. Ein Tagescafé könnte Einkaufsstraße und Stempelpark miteinander verbinden und mehr Menschen anlocken, um ihre freie Zeit hier zu verbringen. Man darf also gespannt sein, wie sich Käfertal an dieser Stelle in den nächsten Jahren weiter entwickelt.

Ein Stück weiter oben folgt ein kleiner Platz mit dem Rathaus, das 1818 erbaut wurde. Vis á vis führt die Route zum OEG Bahnhof, der wohl bekannteste aller früheren OEG-Bahnhöfe, die heute noch angefahren werden.

 

Käfertaler Rathaus in der Wormser Straße 1 

Blumig wird die Route fortgesetzt. In süd-westlicher Richtung, entlang der Schienen, kommt man über die Rollbühlstraße in ein Wohngebiet, dessen Straßen Blumennamen tragen: Kornblumenstraße, Enzian-straße, Asterstraße oder auch Veilchenstraße. An Letzterer, Ecke Baumstraße, befindet sich die an einer grünen Insel mit Spielplatz gelegene Albrecht-Dürer-Schule, eine Lerneinrichtung für sehbehinderte Kinder. Das denkmalgeschützte Gebäude aus den 1920er Jahren ist im Inneren ganz auf die Bedürfnisse der Kinder ausgerichtet, damit sie sich im Schulalltag zurecht finden.

Ein kleines Stück weiter macht die Baumstraße ihren Namen alle Ehre und endet an einem kleinen, wirklich süßen Platz, auf dem ein einziger mächtiger Kastanienbaum steht. 

Dahinter folgt ein Wohngebiet mit Vogelnamen. Es läutet nicht nur das nahende Ende, sondern auch meinen persönlichen Höhepunkt dieser Route ein: Der Reiherplatz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Albrecht-Dürer-Schule für sehbehinderte Kinder und Jugendliche in der Baumstraße 24

Ich mache kein Geheimnis daraus, dass ich mich für alte und historische Häuserensembles begeistern kann. Auf den vergangenen Routen durfte ich schon die Gebäude an den Kasernen oder auch den Almen-hof vorstellen. Nun also der Reiherplatz in Käfertal. Zwar ist die ehemalige Arbeitersiedlung teilweise sanierungsbedürftig, aber da sie unter Denkmalschutz steht, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie wieder im neuen Glanz erstrahlt. Vom Charme hat sie nichts verloren. Sie besteht aus tief gelben Reihenhäusern, die links, rechts und vis á vis vom Reiherplatz ausgehen. Der Platz selber ist zweigeteilt. Der vordere ist ein Spielplatz mit hohen Bäumen. Durch das 1. Torhaus folgt der zweite, ein Wohnhof in dunklem rot gehalten, der mit einem weiteren Torhaus zur Oberen Riedstraße hin abschließt. Alle Fensterläden sind grün. Rund um den Reiherplatz stehen nach wie vor die blauen Gaslaternen aus den 1920er Jahren, die es nur noch an wenigen Stellen in Mannheim gibt.

Von diesem wahrlich idyllischen Ort geht es zurück. Über das Käfertaler Gewerbegebiet gelangt man zur halben Fahrradbrücke (siehe Route: "Willkommen in meinem Quartier" - Artikel: "Nur mit halben Herzen"). Über Ulmenweg und Hochuferstraße geht es zum Herzogenriedpark. Von hier aus führt diese Route wieder zum Ausgangspunkt am Neckartor zurück.

 

 

 

 

 

 

 

Ein wahrlich idyllischer Ort: Der Reiherplatz in Käfertal

3. Streckenabschnitt der Route "Zwei ungleiche Nachbarn"

01  Käfertalschule - ehemaliges Jagdschloss Carl Theodors - Wormser

       Straße 26

02  Stempelpark mit Kulturhalle, Unionskirche und Mannheimer Straße

03  Käfertaler Rathaus, Wormser Straße 1

04  OEG Bahnhof Käfertal, Birkenauer Straße / Ecke Bahnhofstraße

05  Albrecht-Dürer-Schule (Sehbehindertenschule) in der Baumstraße 24

06  Siedlung rund um den Reiherplatz

 

 

Fahrtzeit der gesamten Strecke: 1 Std. und 50 Min.

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