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Teil 1 - Über umweltfreundliche Schüler und einem grünen Gewerbegebiet

Die neue Route bringt uns diesmal in zwei Stadtteile, die nicht unterschied-licher sein können: Käfertal und Vogelstang. Während der erste schon 1175 urkundlich erwähnt wurde, beginnt die Geschichte der heutigen Vogelstang erst Mitte der 1960er Jahre. Dieser Ausflug startet am Neckartor. Über die Kurpfalzbrücke geht es vorab durch die Neckarstadt Ost. Über die Lange Rötterstraße zum Herzogenriedpark, dann rechts hoch zur B38. Anschließend weiter durch Wohlgelegen zur Käfertaler Straße. An der Linkskurve bitte die Unterführung des Käfertaler Bahnhofs nehmen. Der Bahnhof fristet ein einsames Dasein. Nur einmal am Tag hält hier ein Zug. Unverständlich für mich. Denn auf der einen Seite befindet sich das große Wohlgelegener Ge-werbegebiet mit Radio Regenbogen, Mannheimer Morgen, BASF SE, der Bauhaus AG und einem Standort der Dualen Hochschule und auf der anderen Seite ABB und Bombardier. 1000e Menschen aus Mannheim und Umgebung haben hier ihren Arbeitsplatz.

Park in Käfertal-Süd zwischen Mannheimer und Wachenheimer Straße

Entlang der Mannheimer Straße kommt man an Käfertal Süd und einer sanierungsbedürftigen, ehemaligen Arbeitersiedlung vorbei. Kurz bevor die Straße die B38 kreuzt, geht es rechts ab in einen schmalen, langgezogenen Park. Rechter Hand hat man einen schönen Blick in die Gärten und die dazu gehörigen Häuser an der Deidesheimer Straße, die durchaus ihre 90 Jahre auf dem Buckel haben dürften. Der Streifen zieht sich bis zur Wachenheimer Straße am Spinelli und zukünftigem BUGA Gelände. Links geht es dann am Sonnenblumenfeld vorbei in Richtung „Im Rott“, einem jüngeren Baugebiet in Käfertal. Der gleichnamige Fuß- und Radweg linker Hand, eine schöne Baumallee, führt direkt zum Platanenhof, einem Hotel. Um das Gebäude herum, gelangt man zur Straßenbahnhaltestelle „Vogelstang West“. Nach dem Überqueren der Schienen folgt vis á vis eine grüne Ader, die entlang einer anderen Straßenbahnstrecke ins Zentrum von Vogelstang führt.

 

Eine grüne Ader entlang der Linie 7

Von der einst kleinen Siedlung ist heute nichts mehr übrig. Heute dominieren seit der Grundsteinlegung 1964 Hochhäuser, Plattenbauten und Bungalows das Areal. Das einzige was blieb, ist der Name. Er stammt von einem ehema-ligen Gewann, süddeutsch für eine typisch in dieser Region bewirtschafteten Grünfläche, die in lange Flure /Wege eingeteilt war. Wohnungsmangel war auch schon damals ein großes Thema, darum entschied sich das Mannhei-mer Rathaus für die Gründung eines neuen Stadtteils, der möglichst viele Menschen ein neues Zuhause bietet. Da die Gebäude lose angeordnet wurden, entstanden viele Grünflächen und Platz für Bäume, die 60 Jahre später zu einer beachtlichen Größe herangewachsen sind. Auch wenn den meisten Menschen der Baustil der damaligen Zeit heute widerstrebt, die Neckarstadt Ost mit ihren Jugendstilhäusern kann bei weitem nicht so viel Grün aufweisen. Außerdem ist der Blick auf Pfälzer- und Odenwald von den oberen Etagen aus beneidenswert. 

Eine typische Fassadengestaltung aus der Zeit

Das Geschwister Scholl Gymnasium, an dem der Weg vorbei führt, geriet dieses Jahr unrühmlich in die Schlagzeilen. Nachdem Schüler dem Unterricht fern blieben und stattdessen die Fridays for Future Bewegung unterstützten, flatterte ihnen von Ihrer Schule ein Bußgeld wegen unentschuldigten Fehlens ins Haus. Davon bekam die hiesige Presse Wind und schlagartig verbreitete sich der „Skandal“ in den gesamten Medien. Die Stadt Mannheim ruderte zurück, das Bußgeld wurde den Schülern erlassen.

Rechts um das Einkaufszentrum herum führt der Weg geradeaus weiter. Am Ende befindet sich schräg rechts ein Radweg, der um eine KITA führt, nächste Möglichkeit links, vorbei an der Straßenbahnendhaltestelle und über die Weimarer Straße zur Magdburger Straße. Über diese Straße hinweg gelangt man auf Taylor, einer ehemaligen US-Kaserne - heute ein grünes Gewerbege-biet im wahrsten Sinne. Ein kleiner Park zieht nicht nur Berufstätige hierher, auch bei jungen Menschen ist er aufgrund der Freizeitangebote sehr beliebt.

Gewerbe und Naherholung lassen sich durchaus kombinieren.

Zurück zur Magdeburger Straße führt ein Fuß- und Radweg in den Süden des Stadtteils und zu den Vogelstanger Seen. Während der obere See der Natur vorbestimmt ist, dient der untere als kostenloser Badesee. Dieses Angebot wird im Sommer zahlreich angenommen, bieten doch viele Bäume am Ufer genügend Schattenplätze. Der Park um die Seenlandschaft herum zeichnet sich durch eine Vielzahl verschiedener Baumarten aus. Viele Sitzgelegen-heiten bieten Platz zum Ruhen und Entspannen. Am Ende des Naherholungs-gebietes geht es rechts wieder zur Haltestelle „Vogelstang-West“. Die Route folgt den Straßenbahnschienen auf die andere Seite der B38, die Vogelstang von Käfertal trennt. 

 

 

 

 

Mit Blick auf die Vogelstanger Skyline lässt es sich im Sommer bestens baden.

1. Streckenabschnitt der Route "Zwei ungleiche Nachbarn"

01  Park in Käfertal Süd, zwischen Mannheimer und Wachenheimer Straße

02  Spinelli, zukünftiges BUGA Gelände, zwischen Am Aubuckel und

       Wachenheimer Straße

03  Vogelstang

04  ehemalige Taylor Kaserne, heute Gewerbegebiet und Taylor-Park

      (die alten Kaserengebäude stehen am nördlichen Rand des Taylor-Parks  

      an der B38)

05  Vogelstanger Seen, Zufahrt z.B. von der Römerstraße

 

 

Fahrtzeit der gesamten Strecke: 1 Std. und 50 Min.

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