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Teil 2 - Über Apfelplantagen und Feuchtbiotope

Über die Osterburker Straße gelangt man auf die Mosbacher Straße, die durch das Zentrum von Wallstadt verläuft. Obwohl der Ort schon deutlich älter ist als Mannheim selbst, ist im Vergleich zu Feudenheim nicht viel von der alten Substanz übriggeblieben. Wallstadt ist dennoch stetig gewachsen, Neubauten der letzten 40 Jahre prägen das Bild. Die Infrastruktur ist überschaubar, trotzdem zieht es u.a. viele junge Familien wegen der Nähe zur Natur hier her. Am Rathaus tanken die Wallstädter in einem der wenigen Cafés bei einer Tasse Milchkaffee gerne die Sonne. Der Vorplatz ist der Treffpunkt schlechthin. Die Oswaldstraße verbindet ihn mit der parallel verlaufenden Römerstraße. Linker Hand befindet sich die katholische Christ-König-Kirche. Nur noch der Turm weist auf ihre Entstehung Anfang des 20. Jahr-hunderts hin, die Vorhalle, im Krieg zerstört, wurde in neu-romanischen Stil wiederaufgebaut.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Christ-König-Kirche in der Römerstraße 32

Ein Stück weiter auf gleicher Seite folgt der Wasserturm. Er wurde wie bei seinem gleichaltrigen Bruder im Nachbarort mit rotem Klinker errichtet, ist aber höher und wirkt schlanker. An der nächsten Kreuzung geht es zweimal rechts und dann auf den zu den Straßenbahnschienen parallel verlaufenden Radweg. Links befindet sich eines der jüngeren Wohngebiete. Auch wenn ich mir den Ärger der Wallstädter auf mich ziehen werde, aber sexy sieht anders aus. Die Mehrfamilien- und Reihenhäuser, meist weiß mit rotem Dach, kom-men eher pragmatisch und schlicht daher und stellen keine architektonische Errungenschaft da. Was allerdings dieses Quartier trotzdem so interessant macht, ist, dass die Macher zwischen den Häuserzeilen Feuchtbiotope ange-legt haben. Drei Kanäle schlängeln sich durch das Wohngebiet und bieten Flora und Fauna ein Zuhause.

 

Das Neubaugebiet mit integrierten Feuchtbiotopen im Norden Wallstadt wirkt mit dem Wasserturm von Weitem wie ein altes Dorf.

Ein Stück weiter, kurz bevor die Route links und am Friedhof vorbei wieder über die Felder geht, passiert sie den früheren OEG-Bahnhof Wallstadt - ein kleines, schmuckes Häuschen. Der Linsenbühlweg verläuft über die Auto-bahnbrücke und gibt den Blick auf die Rheinebene in Richtung Odenwald frei. Ein schöner Anblick! 500 Meter weiter geht es links nach Straßenheim. Ein kleiner Sehnsuchtsort inmitten von Getreidefeldern. Alte Bauernhöfe, eine Kapelle mit einem kleinen Friedhof, ehemalige Pferdeställe, die zu Wohnun-gen umgebaut wurden, Streuobstwiesen und ein Wasserturm, der ein Winz-ling unter seiner Art in Mannheim ist. Schon fast zierlich und zerbrechlich wirkt der alte Turm, in dem sich ein Atelier befindet. Der Weg geht von hier aus an den Scheunen zurück Richtung Wallstadt und verläuft parallel an der Autobahn und an Obst- und Spargelhof Bossert vorbei, der hier Mannheims einzige Apfelplantage hat. Die zahlreichen Apfelsorten werden im eigenen Hofladen in der Mosbacher Straße 15 in Wallstadt verkauft.

Sehnsuchtsort Straßenheim, www.hofladen-bossert.de

Nach dem Überqueren der Straßenbahnschienen geht es noch ein Stück Richtung Süden und am Hundehotel vorbei, bevor die Route wieder über eine Brücke nach Wallstadt führt. Eine grüne Ader verläuft linker Hand um ein Wohngebiet herum und endet an der Osterburkerstraße. Nach der Brücken-überquerung geht es rechts wieder über die Felder Feudenheims in Richtung Bürgerpark. Seine Entstehung beginnt Ende der 1980er Jahre. Seitdem wur-den mehr als 600 Bäume gepflanzt. Dazu kommt auf dem riesigen Areal landwirtschaftliche Nutzung und ein Trockenbiotop hinzu. Finanziert wurden die Bäume und Sitzbänke von privaten Spendengelder.

Entlang des Wingertsbuckel folgen die Spinelli Barracken und das Natur-schutzgebiet Feudenheimer Au. 2023 wird auf diesen Flächen die Stadt Mann-heim ihre 3. BUGA ausrichten. Bei einem Bürgerentscheid mit geringer Beteiligung wurde für das Projekt gestimmt. 

 

Eine Baumallee am Wingertsbuckel bringt Besucher in den Bürgerpark.

Seither ist insbesondere die Au hart umkämpft. Ein Radschnellweg soll mit-ten durch die Au verlaufen, Bäume und Schrebergärten sollen weichen. Zu-dem ist eine Radrampe an der Straße "Am Aubuckel" geplant. Baukosten:

6 Millionen Euro. Wenn aber ein angedachter Tunnel (Hochstraßen-Dilemma) unter dem Rhein als unwirtschaftlich abgetan wird, frage ich mich schon, wie diese Radrampe dann zu rechtfertigen ist? Ich befürchte, dass ihr Bau nicht mehr Menschen aus dem Nordosten Mannheims dazu bewegt aufs Rad um-zusteigen, zumal die Fahrtzeit sich durch die neugeplante Streckenführung nur um eine Minute verkürzt. Tatsächlich geht es hier doch nur um eine hin-dernisfreie Verbindung der beiden Flächen während der Ausstellung. Auch die Aussichtsplattform und nur für den BUGA-Zeitraum geplante, millionen-schwere Seilbahn betrachte ich kritisch. - Von hier aus kehrt die Route zur Feudenheimer Schleuse und auf gleichem Wege zum Ausgangspunkt zurück. 

Feudenheimer Schleuse, die Letzte von 27 Staustufen bevor der Neckar in den Rhein fließt.

2. Streckenabschnitt der Route "Über Felder und Wiesen"

01  Rathaus Wallstadt, Mosbacher Straße 17

02  Christ-König-Kirche, Römerstraße 32

03  Wasserturm Wallstadt, Römerstraße 74

04  OEG-Bahnhof Wallstadt, Am Wallstadter Bahnhof

05  Straßenheim, Ortsstraße

06  Apfelplantage von Hof Bossert am Linsenbühlweg

07  Bürgerpark Feudenheim am Wingertsbuckel

08  BUGA-Gelände - Spinelli Barracken und Feuenheimer Au am Wingerts-

       Buckel und am Aubuckel

 

 

Fahrtzeit der gesamten Strecke: 1 Std. und 50 Min.

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