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Teil 8 - Gefühlt nur mit halben Herzen dabei

Anhand der Neckarstadt lassen sich ein paar Beispiele nennen, wie wenig ernst Fußgänger und Radfahrer genommen und wie halbherzig und kurzsichtig Projekte in der Vergangenheit von der Stadt Mannheim angegangen wurden.

Mit dem Bau der Stadtbahn Nord vor einigen Jahren, wurde auch die Fahrrad- und Fußgängerbrücke an der Zielstraße / Ecke Ulmenweg erneuert. Zwar gab es mit dem Bauunternehmen wohl einige Schwierigkeiten und die Fertigstellung zog sich hin, trotzdem stelle ich mir die Frage: Warum wird nur eine Hälfte der Brücke erneuert und barrierefrei gestaltet? Radfahrer, Kinderwägen und körperlich beeinträchtigte Menschen kommen auf Neckarstadt-Seite gut hoch, aber auf Käfertaler-Seite nicht mehr in der gleichen Qualität runter. Für Fahrradfahrer heißt es schieben, für Bürger mit einem Kinderwagen oder Rollator ist der Abstieg mühselig, für Rollifahrer ist gleich oben auf der Brücke Ende. Wären die Mehrkosten so eklatant hoch gewesen, dass das Dezernat IV gar keine andere Möglichkeit sah, als nur eine Seite erneuern zu lassen?

Im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Alten Meßplatzes wurde in der Lange Rötterstraße der Radweg ab Uhland-Kiosk in Richtung Meßplatz auf die Straße gelenkt. Bei einer 30er Zone geschenkt. Jedoch wurde der frühere Radfahrerbereich auf dem Gehweg durch einen grauen Steinbelag erneuert, der nicht zum alten des ursprünglichen Gehweges passt. Und so denken, trotz Hinweisschilder, viele Anwohner noch, es handle sich weiterhin um einen Radweg,  Das Ziel der Stadt wurde eindeutig verfehlt. Wären die Mehrkosten so eklatant hoch gewesen, dass das Dezernat IV gar keine andere Möglichkeit sah, als nur einen Teil erneuern zu lassen?

An der Kreuzung Friedrich-Ebert-Straße / Käfertalerstraße befindet sich in Ost-West Richtung kein Fußgängerweg! Auf der einen Seite gelangt man von der Neckarstadt aus nur zur Straßenbahnhaltestelle „Universitätsklinikum“, aber nicht auf die andere Straßenseite zum Klinikum. Vis á vis gibt es nur einen Radüberweg, Fußgänger werden aufgefordert die nahegelegene Unterführung zu benutzen. Aber wer macht das? Unterführungen wie diese sind Angsträume. Radfahrer und Fußgänger teilen sich demnach diesen Übergang. Stellt ja auch erst einmal kein Problem dar. Aber warum wurde das damals nicht erkannt und korrigiert? Wäre es nicht ein leichtes gewesen, sich der gegebenen Situation zu stellen und nachzubessern, Markierungen anzulegen und die Ampelsignale an beide Verkehrsteilnehmer anzupassen? Unterführung hin oder her?  Oder wäre diese Investition auch so eklatant hoch gewesen, dass das Dezernat IV...

Bei allem Eifer, den die Stadt Mannheim heute in Sachen Rad- und Fußwege zeigt, hoffe ich, dass Sie bei aller Quantität nicht die Qualität aus dem Auge verliert!

Die Fahrrad- und Fußgängerbrücke an der Zielstraße / Ecke Ulmenweg

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