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Teil 2 - Über viel Wäsche und lange Rodstücke

Die Alte Wäscherei, oder auch Altes Kesselhaus genannt, liegt leider unter-halb der Röntgenstraße, ihr imposantes Aussehen bleibt dem Betrachter von der Straße aus etwas verborgen. Nur die beiden Türme und die ehemaligen Kohletore sind von hier aus gut zu sehen. Hohe Mauern links und rechts erschweren den Blick auf das gesamte Ensemble, dass mit vielen kleinen, versetzten Dächern und Schornsteinen den Betrachter erfreuen würde. Einst diente es den ehemaligen städtischen Krankenanstalten (heute Universitäts-klinikum) sowohl als Wäscherei und Desinfektionsanstalt für Krankenhaus-wäsche, als auch als Heizkraftwerk. Heute sind u.a. Labore und Büros der Universitätsmedizin in den Räumlichkeiten untergebracht. Auf dem Gelände dahinter entsteht in den nächsten Jahren ein neuer Medizintechnologie-Campus, der hoffentlich uns den Zugang zur Alten Wäscherei erleichtern wird.

 

Alte Wäscherei / Altes Kesselhaus, Röntgenstraße 15

Über die Chelsiusstraße gelangt man zum hinteren Teil des Hauptfriedhofes. Hier befindet sich das alte Krematorium, das einem Tempel gleicht. Heute wird es als Urnenhalle genutzt. Über die Käfertalerstraße führt die Route zurück zur Röntgenstraße und zur „Alten Brauerei“ und passiert dabei die Privatbrauerei Eichbaum, die 1679 gegründet wurde. Ihr Karamalz ist seit Jahrzehnten in Deutschland ein Dauerbrenner. Die Badische Brauerei AG in den Räumen an der Röntgenstraße hatte leider keinen langen Erfolg. Im 1. Weltkrieg 1917 war nach 37 Jahren Schluss. Es folgte ein Tabakfabrikant, danach immer wieder wechselndes Industriegewerbe. Heute beheimatet die ehemalige Mälzerei u.a. die BB Promotion GmbH, in den weiteren Räumen befinden sich die Medizinische Fakultät Mannheim, eine Schule für Physiotherapie und der 1. Mannheimer Judo-Club. In unmittelbarer Nähe befindet sich an einem Wohnobjekt der GBG das Mural „Aeskulap“ von der Wiener Künstlerin FRAU ISA.

Alte Brauerei, Röntgenstraße 7

Der Weg geht in Richtung Arbeitersiedlung zwischen Schafweide und Käfertalerstraße weiter. Zwischen den beiden erst kürzlich sanierten Häuserreihen befindet sich ein Park, eine kleine grüne Ader in der Neckarstadt, die bei der Skulptur „Jüngling mit Reh“ beginnt. Im Anschluss geht es rechts in die Kobell- und dann die dritte links in die Uhlandstraße. Besonders in diesem Abschnitt beeindrucken die Jugendstilhäuser mit den liebevoll gestalteten Vorgärten. Man spürt, die Menschen, die hier leben, kennen sich. Man trifft sich in den Gärten, tauscht sich aus und trinkt vielleicht ein Gläschen Wein vom Händler aus der Nachbarschaft. Die Uhlandstraße ist für mich eine der schönsten Straßen Mannheims. Über den Clignet-Platz, ein beliebter Kinderspielplatz, führt die Route über die Kleiststraße zur Lange Rötterstraße, das Herz der Neckarstadt Ost.

 

 

Schöne Vorgärten in der Uhlandstraße ziehen ihre Blicke auf sich

Die Straße hieß einst "die lange Rötter". Der Begriff kommt von Rodstücke, sprich lange Äcker, die damals bis zum Wald gerodet worden waren. Heute ist sie eine belebte Einkaufsstraße, die auch wegen den zahlreichen Cafés und Restaurants bei den Neckarstädtern sehr beliebt ist. Vor ein paar Jahren hat die Theaterakademie, Mannheims private Schauspielschule, mit einem selbstgeschriebenen Stück ihr ein Denkmal gesetzt. Die Schule ist in dem alten Fabrikgebäude des Bade- und Unterwäscheunternehmens Felina unter-gebracht. Da die Produktion ins Ausland verlegt wurde, sind zahlreiche Räume in dem Objekt freigeworden. Der alte Fabrikkomplex mit den vielen Innenhöfen hat sich zu einem Kreativzentrum entwickelt. Musiker, Grafiker und Fotografen leben und arbeiten hier. Auch beherbergt er das Theater Felina Areal, dass unter der Leitung von Sascha Koal neben den eigenen Produktionen, seine Räume auch dem eigentlich nicht mehr ganz neuen "Neuen Ensemble" und der freien Tanzszene zur Verfügung stellt.

Theater Felina Areal, Eingang: Holzbauerstraße 8 - www.theater-felina.de

Rechts ein Stück die Lange Rötterstraße hinunter, geht es links hinter dem markanten und beliebten Uhland-Kiosk mit seinem geschwungenen Dach über eine kurze grüne Ader an der Uhlandschule vorbei zum Park am Ida-Scipio-Heim. Der kleine Park ist ein ruhiges Fleckchen Erde im östlichen Teil der Neckarstadt. Hundebesitzer treffen sich und halten Pläuschchen, ältere Menschen vom Wohnheim drehen hier ihre Runden, jüngere trainieren in Sachen Bewegungskunst und Artistik oder genießen ein spannendes Buch im Schatten der Bäume. Andere wiederum nutzen den Park, um zum Herzogenried-Bad zu gelangen. Der Park ist schon wirklich ein Idyll!

Am Ende geht der Weg rechts am Herzogenried-Park entlang und führt uns zu vielen kleinen und großen Highlights dieser Route.

 

 

 

Der kleine Park an der Carl-Benz-Straße

2. Streckenabschnitt der Route: Willkommen in meinem Quartier

01  Alte Wäscherei / Altes Kesselhaus, Röntgenstraße 15

02  ehemaliges Krematorium, Chelsiusstraße / Ecke Ludolf-Krehl-Straße

03  Privatbrauerei Eichbaum, Käfertalerstraße 170

04  Alte Brauerei, Röntgenstraße 7

05  Arbeiterhäuser an der Käfertalerstraße/Schafweide

06  Uhlandstraße

07  Felina Werksgebäude an der Lange Rötterstraße

      Theater Felina Areal / Theaterakademie Mannheim, Holzbauerstraße 8

08  Uhlandkiosk, Lange Rötterstraße

09  Park an der Carl-Benz-Straße

 

 

Reine Fahrtzeit der gesamten Strecke:  ca.1 Std. und 30 Min.

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