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Teil 5 - Alles im Fluss?

Das darf gut und gerne angezweifelt werden. In vielen Städten Deutschlands wurde in den 1960/70er Jahren für den motorisierten Verkehr gebaut. Die Menschen sollten bequem die Zentren erreichen. Die Wirtschaftsstandorte gestärkt werden. Das war politisch gewollt. Und nun ächzen die Städte unter der Last, da der Verkehr bis heute enorm gewachsen ist. Auch bei uns. Und machen wir uns nix vor. Mannheim und Ludwigshafen sind Durchfahrtsorte. Die Badener wollen in die Pfalz, die Pfälzer nach Baden, und machen neben dem innerstädtischen Ring selbst vor Kunststraße und Freßgasse nicht halt. Der Schwerlastverkehr kommt und geht von überall her. In Sachen Verkehr gibt es so viele Baustellen, dass es nicht die eine Lösung gibt. Eine Verkehrswende kann nur Schritt für Schritt erfolgen. Vor 15 Jahren hatte ich die Idee von einem Tunnel unter den beiden Städten, der die Autobahnen 656 und 650 miteinander verbindet. Davon bin ich abgekommen.

Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht unbedingt zu den FDP-Anhängern gehöre. Trotzdem versuche ich hier und da mal über den Tellerrand zu schauen und höre auf mein Bauchgefühl. So kam neben der erneuten Forderung, die umstrittene 3. Rheinquerung, die die B9 auf Pfälzer Seite mit der B36 am Großkraftwerk in Neckarau verbinden soll, umzusetzen, für mich die kluge Idee von besagter Partei eine Westtangente zu errichten. Der Plan sieht vor, dass die beiden Auf- und Abfahrten vom bzw. zum Mühlauhafen auf der Kurt-Schumacher-Brücke, die beim Bau der Brücke in den 1970er Jahren zwar vorbereitet, aber nie realisiert wurden, jetzt nun doch zu vollenden. Hinzu käme wohl demnach eine weitere Brücke über den Neckar, die den Hafen mit der Friesenheimer Insel verbindet. Der Vorteil wäre, dass die B44 auf die neue Strecke verlegt werden könnte. Der motorisierte Verkehr, insbesondere der Schwerlastverkehr der in den Häfen angesie-delten Unternehmen, wird somit ein Stückchen westlicher von den Quadraten direkt durch die beiden Gewerbegebiete geleitet. Anwohner der Untermühlau-straße in der Neckarstadt und Anwohner rund um den Luisenring und Parkring würden durch die neue Strecke entlastet werden.

Wer bei google maps Spaßes halber mal die Route Rheinfähre Mannheim nach Friesenheimer Straße Mannheim eingibt, wird verstehen, warum eine dritte Rheinquerung und eine Westtagente zum Wohle der Quadrate und der angrenzenden Stadtgebiete so wichtig ist. Der 1. Schritt zu einer verbesserten Verkehrs-infrastruktur wäre getan und der Pendler- und Schwerlastverkehr kann in neue Richtungen gelenkt werden. Zu klären wäre noch, in wie weit sich das Natur-schutzgebiet bei Altrip vom Eingriff erholen wird. Natürlich wird es einem bei den Baukosten des gesamten Projektes schwindelig, aber am Ende ist es bei entsprechender Pflege eine nachhaltige Investition für das Ludwigshafener und Mannheimer Stadtklima.

Konrad-Adenauer-Brücke, links die Ludwigshafener Rheingalerie, rechts der Mühlauhafen

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