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Teil 3 - Mitten im Jungbusch

Bevor der Weg von der Industriestraße aus links auf die Fardelystraße am 130 jährigem Elektrizitätswerk Mannheim vorbei und anschließend rechts wieder zurück auf die Jungbuschbrücke führt, befindet sich auf der rechten Seite hinter Büroeinrichtungen Kahl das Kaiser-Wilhem-Becken mit der schon in „Im Stile der Jugend“ erwähnten Pyramide aus Stein, die leider nur vom Wasser aus zu besichtigen ist.

Auf der Jungbuschbrücke fällt gleich der Blick auf den Basketballplatz auf dem Dach der Jungbuschhalle – ein schönes Fotomotiv bei untergehender Sonne, wenn sich die Jungs aus dem Quartier nach getaner Arbeit körperlich auspowern. Darunter wird die Halle, nahe der einst größten Moschee Deutschlands, der Yavuz Sultan Selim Moschee, gerne für türkische Hochzeiten angemietet.

 

 

Basketballplatz auf der Jungbuschhalle plus X, Werftstraße 10

Am Ende der Werftstraße befindet sich die Popakademie in der Hafenstraße. Zu ihr gesellen sich die Straße weiter runter das zeitraumexit und das Port 25.

Das zeitraumexit, 2001 von Gabriele Osswald, Wolfgang Sautermeister, Tilo Schwarz und Elke Schmid als Ort für Performance gegründet, versteht sich heute unter der Leitung von Jan-Philipp Possmann als soziokulturelles Zentrum und ist u.a. auch wegen seinen beliebten Festivals „Wunder der Prärie“ und „B-Seite“ aus der freien Theaterszene Mannheims nicht mehr wegzudenken und genießt sowohl national als auch international einen guten Ruf.

Das Port 25 ist ein Raum für Gegenwartskunst und bietet unter anderem bildende Künstler aus der Region eine Plattform. So wurden schon bei kostenlosem Eintritt u.a. Arbeiten von Ana Laibach und Philipp Morlock, zwei Mannheimer Künstler, ausgestellt. 

 

Zeitraumexit, Hafenstraße 68 - www.zeitraumexit.de

Die Route geht weiter mitten durch den Jungbusch. Nach der Werftstraße folgen nun Böck-, Beil- und Jungbuschstraße. Hier haben sich in den letzten 10 Jahren diverse Bars und Restaurants angesiedelt. Davor galt das Quartier als verruchtes Rotlichtmilieu und Multi-Kulti Viertel. Dabei erzählen die zahlreichen Altbauten - der Jungbusch blieb im 2. Weltkrieg weitesgehend unversehrt - von einer glanzvollen Zeit, als der Handel über die Flüsse florierte und vermögende Reeder und Kaufleute in ihnen wohnten. Bei Dunkelheit, wenn in den Häusern die Lichter brennen, entdeckt man mit dem Blick nach oben gerichtet edle Holzdecken und pompöse Malereien. 

"Mitten im Jungbusch" ist der 1. Teil der Trilogie der Mannheimer Autorin Nora Nóe und erzählt spannend und berührend zugleich die Geschichte der Familie Legrand im Jungbusch.

 

 

Häuserzeile in der Beilstraße

Einmal im Jahr im Oktober findet der Nachtwandel statt. Das beliebte multi-ethnische Kulturfest, eine Idee des Künstlernetzwerkes Laboratorio 17, ist mittlerweile überregional bekannt und zieht zehntausende Menschen an. Bewohner öffnen ihre Wohnungen und Hinterhöfe. Bands machen Musik, Künstler präsentieren Ihre Werke. Die Gastronomie sorgt fürs leibliche Wohl.

Aber so schön die Abende hier auch sein können, der Stadtteil kämpft tags-über gegen Arbeitslosigkeit und Drogenkonsum. Auf der anderen Seite werden im Auftrag der Stadt Immobilien, wie die alte Kaufmannsmühle, luxussaniert. Die Mieten im Quartier steigen.

 

 

 

Kreativwirtschaftszentrum C-HUB mit der alten Kaufmannsmühle in der Hafenstraße 

Der Quartiersplatz an der Teufelsbrücke, der im Rahmen des 400-jährigen Stadtjubiläums errichtet wurde, befindet sich jetzt nach nur 12 Jahren in einem heruntergekommenen Zustand. Weder die Stadt, noch wir Bürger haben zu einem pflegsamen Umgang mit dem eigentlich schönen Platz beigetragen. Schade. Auch die dazugehörende Promenade verliert mehr an Charme. Dabei sollte sie mal vom Musikpark an der Neckarvorlandestraße entlang des Verbindungskanals bis zu den Rheinterrassen verlaufen. Diese Pläne wurden bis heute nicht in Gänze umgesetzt. Sie ist es auch, die diese Route unter der Kurt-Schumacher-Brücke wieder zurück zum Ausgangspunkt führt.

 

 

 

 

Quartiersplatz an der Hafenstraße

3. Abschnitt der Route "Alles am Fluss"

01   Pyramide im Kaiser-Wilhelm-Becken

02   Elektrizitätswerk Mannheim, Fardeleystraße 1

03   Jungbuschhalle plus X mit Basketballplatz, Werftstraße 10

04   Popakademie, Hafenstraße 33

05   zeitraumexit, Hafenstraße 68

06   Port 25 - Raum für Gegenwartskunst, Hafenstraße 25

07   Gastronomieszene Jungbusch

08   Quartiersplatz mit Teufelsbrücke und Promenade

09   Yavuz Sultan Selim Moschee, Luisenring 28

 

 

Reine Fahrtzeit der gesamten Strecke: 1 Std. und 10 Min.

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