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Teil 2 - Seht, wie es duftet!

Prof. Dr. Hans-Peter Schwöbel, Mannheimer Kabarettist, ist für seinen derben Humor in tiefstem kurpfälzisch in der Region bekannt. Hier und da schlägt er aber auch mal nachdenkliche Töne an. In "Seht, wie es duftet! ruft er zu mehr Zusammenhalt auf.

Einigkeit beweisen die Mannheimer schon mal bei dieser Etappe der Route:

Hier riecht´s! Und gemeint ist die Friesenheimer Insel. Die erreicht man über die Jungbuschbrücke. Von hier aus schaut man zum einen auf das Marchivum (bald mehr dazu) und auf das grau-blaue Fabrikgebäude des Schokoladen-herstellers Schokinag vis á vis, der uns Mannheimer mit Schokoladengeruch die Sinne beraubt. Zum anderen hat man einen tollen Blick auf das Werks-gelände der BASF auf der anderen Rheinseite. Gerade in der Abenddämme-rung zieht es viele Mannheimer (Hobby-) Fotografen und Verliebte auf die Jungbuschbrücke bzw. auf die Kurpfalzbrücke und fangen den Moment der untergehenden Sonne ein. 

Jungbuschbrücke mit Blick auf die BASF 

Gleich hinter der Brücke geht der Radweg in einer Linkskurve hinunter zur Bunsenstraße. Rechts führt ein Weg am Parkplatz vorbei zum hinter Bäumen und Sträuchern verborgenem, über 100 Jahre altem Pumpwerk Ochsen-pferch, das von weitem eher an eine alte Kirche erinnert. 

Die Abwässer südlich des Neckars wurden hierher geleitet und weiter zur Kläranlage auf der Friesenheimer Insel gepumpt und aufbereitet. Am Pump-werk gegenüber befindet sich auf der anderen Straßenseite ein Radweg, der zur Kammerschleuse mit dem alten Schleusenwärterhaus zum Altrhein führt. Der Weg dorthin kann durch die naheliegende Ölmühle geruchsmäßig etwas unangenehm werden. 

 

 

 

 

Pumpwerk Ochsenpferch an der Bunsenstraße

Um die Schleuse herum und durch eine Kleingartenanlage führt die Route zur Einsteinstraße, an der sich besagtes erstes Klärwerk Mannheims befindet. Es entstand neben dem Pumpwerk Ochsenpferch Anfang des 20. Jahrhunderts und wird im Gegensatz zum Pumpwerk nicht mehr genutzt und heute vom Künstler Rüdiger Krenkel bewohnt. Leider ist es gerade im Sommer, bei dichtem Baum- und Strauchbewuchs von der Straße aus schwer zu erkennen, aber es gibt immer wieder mal Termine im Jahr, an dem das schon fast idyllische Areal mit Wasserturm, 6 Klärbecken und 2 Pumphäuser aus rotem Klinker für Interessierte geöffnet ist. 

 

 

 

 

 

Offizielle Anschrift des Alten Klärwerks: Diffenéstraße 29

Die Route verläuft weiter zur Diffenébrücke, ein weiterer auffälliger Bau seiner Art. Hier verschafft man sich nicht nur einen ersten Blick auf den prachtvollen Luzenberger Wasserturm (demnächst mehr dazu), sondern auch auf die beeindruckende Kulisse des Industriehafens bzw. Bonandieshafen. Neben alten Getreidemühlen befindet sich im Zentrum die um 1930 herum entstan-dene Logistikzentrale für den südwestdeutschen Raum der ehemaligen „Großeinkaufsgesellschaft deutscher Konsumvereine“ (GEG) mit Sitz in Hamburg. Ab Ende der 1960er Jahre wurden die deutschlandweiten Konsum-genossenschaften in co op eG umgenannt, dann folgte die Rechtsform in eine Aktiengesellschaft. In den 80er Jahren kam es nach dem Skandal um Bilanz-manipulationen und Vermögensverschiebungen zur Zerschlagung.

„Die Burg“, wie der Bau umgangssprachlich auch genannt wird, beeindruckt von allen Seiten und beheimatet heute eine Spedition, Künstler und Handwerksbetriebe.

Die ehemalige GEG in der Friesenheimerstraße

Eine schönere Aussicht auf die Kulisse des Industriehafens erhält man vom Playa del Ma in der Industriestraße. Eine noch eindrucksvollere an Bord der MS Kurpfalz. Das Ausflugsschiff bietet in Kooperation mit dem Verein der Rhein-Neckar-Industriekultur alljährlich mehre Fahrten durch den Industrie-hafen an. Anlegestelle ist am OEG-Bahnhof am Neckar.

Das Gesicht der Industriestraße hat sich gewandelt. In den ehemaligen Räu-men der Bettfedernfabrik wird heute u. a. Kaffee geröstet. Clubs ziehen des Nachts Feierlustige an, tagsüber sind es Sportbegeisterte, die es in die beliebte Boulderhalle und zum CrossFit Rhein-Neckar in die Box treibt.

Nur ein paar Grundstücke weiter befindet sich der Firmensitz von Dorothee Schumacher, einem international erfolgreichem Modeunternehmen mit Showrooms in Berlin, London und natürlich auch in Mannheim (Engelhorn).

www.kurpfalz-personenschifffahrt.de

www.crossfit-rhein-neckar.de        www.boulder-island.de

Bettfedernfabrik mit Playa del Ma und Kaffeerösterei, Industriestraße 35

2. Streckenabschnitt der Route "Alles am Fluss"

01   Schokinag, Neckarvorlandstraße 21-25

02   Jungbuschbrücke, Blick auf die BASF

03   Pumpwerk Ochsenpferch an der Bunsenstraße

04   Kammerschleuse mit Schleusenwärterhaus an der Inselstraße

05   Klärwerk Ochsenpferch, Diffenéstraße 29

06   Diffenébrücke

07   Dorothee Schumacher, Industriestraße 47

08   Hafenpark (ehemalige Bettfedernfabrik), Industriestraße 35

09   "Die Burg", ehemalige GEG, Friesenheimer Straße 14

10   Pfalzmühle, Mühlenstraße 1

 

 

Reine Fahrtzeit der gesamten Strecke: 1 Std. und 10 Min.

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Kommentare: 2
  • #1

    Clemens (Samstag, 31 August 2019 13:50)

    interessanter Beitrag, nur weiter so!

  • #2

    Peter Derks (Montag, 09 September 2019 12:28)

    Hallo Clemens! Vielen Dank für Dein positives Feedback. Ich mache gerne weiter - es ist eine Herzensangelegenheit. Gruss, Peter