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Teil 1 - Über Villen und willige Sportler

Es geht rauf auf´s Rad. Und auf dieser Tour stehen nicht nur weitere wichtige Sehenswürdigkeiten an, nein, diese Rundfahrt führt an prachtvolle Villen, einem ganz besonderen Naturprojekt und an einem lebendigen Szeneviertel vorbei und zeigt uns das Mannheim aus der Zeit des Jugendstils. Der Start beginnt wieder auf dem Friedrichsplatz, mit dem Wasserturm im Rücken und mit Blick auf die Wasserspiele und der Augustaanlage, Mannheims Entrée und Prachtallee. 

 

 

 

 

 

 

Dank der Beleuchtung der Wasserspiele wird der Friedrichsplatz auch in lauwarmen Sommernächten zu einem romantischen Ort.

Die Oststadt bildet den ersten Streckenabschnitt. Der Weg führt links am Rosengarten vorbei, der Teil der größten Jugendstilanlage Deutschlands ist. Zahlreiche Tagungen und Kongresse werden hier abgehalten, aber auch allerhand Veranstaltungen finden statt. Im Keller beheimatet er seit letztem Jahr den neuen und beliebten Jazzclub Ella und Louis. Hinter dem Bau von 1903 befindet sich der moderne Anbau, ein gläserner Kubus. 

 

 

 

 

 

 

 

Neubau des Kongresszentrums Rosengarten, der Haupteingang und  der Zugang zum Jazzclub befinden sich im Jugendstilteil.

Die Berliner Straße führt geradeaus weiter direkt auf den Goetheplatz samt Nationaltheater, ein denkmalgeschützter Bau aus den 50er Jahren. Hinter dem Theater in der Mozartstraße befindet sich das sogenannte Studio Werkhaus. Hier befindet sich in den alten Gemäuern die Studiobühne, in dem modernen Anbau die Werkstätten. Er ist wahrlich ein Hingucker. Das riesige Fenster mit dem roten Rahmen gewährt einem den Blick in die einzelnen Etagen hinein. 

 

 

 

 

 

 

Das Studio Werkhaus des Nationaltheaters Mannheim in der Mozartstraße,

vis á vis: das traditionsreiche Hotel Mack

Der Collinistraße folgend befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite das Theresienkrankenhaus. Integriert in diesem Komplex ist die alte Theresien-kapelle, die der Abrissbirne zum Opfer fallen soll, da das Krankenhaus aus allen Nähten platzt. Eine Bürgerinitiative ist dagegen, die Entscheidung steht noch offen. Vis á vis entlang der Renzstraße öffnet sich breit der Blick auf den Unteren Luisenpark, in dem von April bis September allabendlich von der Stadt Mannheim diverse Sportarten angeboten werden. „Sport im Park“ heißt diese kostenlose Veranstaltung, die wirklich zahlreiche (!) Mannheimer raus ins Freie lockt.

 

 

 

 

Der untere Luisenpark, im Hintergrund Mannheims höchstes Bauwerk:

Der Fernmeldeturm mit sich drehendem Restaurant

Über die Rathenaustraße geht es zurück ins Herz der Oststadt, die Christus-kirche. Der Stadtbezirk wurde mit der Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts hauptsächlich für die wohlhabende Bevölkerung angelegt. Jugendstil-Villen prägen das Stadtbild bis heute, da dieser Stadtteil von Bombenangriffen im 2. Weltkrieg weitesgehend verschont blieb. Das trifft auch auf die evangelische Christuskirche am Werderplatz im neubarocken Stil zu.

Über die Sophienstraße links in die Mollstraße und dann rechts in die Erzbergerstraße führt der Weg zum östlichen Ende des Unteren Luisenparks. 

 

 

 

 

 

Die Christuskirche am Werderplatz, nahe der Elisabethstraße

Hier steht das wohl fetteste (tschuldigung für die Wortwahl) und leider für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Privathaus der Stadt: Die Lanz-Villa, die Karl Lanz, Sohn des Traktor-Erfinders Heinrich Lanz, für sich und seine Familie bauen ließ. Der junge Ingenieur Karl stand seinem Vater in nichts nach und machte sich als Luftschiffbauer einen Namen. Die Heinrich Lanz AG hat ihren Firmensitz auf dem Lindenhof, südlich vom Hauptbahnhof, und wurde 1956 vom amerikanischen Unternehmen John Deere übernommen. 

Mit dem Unteren Luisenpark im Rücken geht es bei nächster Gelegenheit von der Otto-Beck-Straße aus links in die Spinozastraße, die vorbei am Philosophenplatz zur Theodor-Heuss-Anlage führt. Auch hier schmücken alte und jüngere Villen das Straßenbild. Am Ende angekommen befindet sich rechts der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg, ein schlichter Klinkerbau, aber mit großem Eingangsbereich.

 

Lanz Villa, größtes Privathaus Mannheims, in der Erzbergerstraße

Ein paar Meter weiter ist auf der linken Seite der Haupteingang zum Luisenpark. Der Park wurde mit der Bebauung der Oststadt angelegt und ist der Großherzogin von Baden, Luise Marie Elisabeth von Preußen, Tochter Kaiser Wilhelms I, gewidmet.

1975 wurde der Park im Rahmen der BUGA erweitert und zieht ganzjährig Menschen aus der gesamten Region an. Nach wie vor bei Jung und Alt beliebt ist eine Fahrt mit der Gondoletta auf dem Kutzerweiher, das chinesische Teehaus und natürlich die Pinguine. Mein persönliches Highlight ist das Lichterfest im Januar/Februar, wenn der Park in buntem Licht eintaucht! 

 

 

 

 

Der Luisenpark hat mehrere Eingänge, das Bild zeigt den Haupteingang an der Theodor-Heuss-Anlage

1. Streckenabschnitt der Route: Im Stile der Jugend

01   Start / Wasserturm am Friedrichsplatz

02   Kongresszentrum Rosengarten am Friedrichsplatz

03   Nationaltheater Mannheim am Goetheplatz

04   Studio Werkhaus des Nationaltheaters Mannheim / Mozartstraße 9-11

05   Theresienkapelle in der Sukowstraße 2 / Ecke Bassermannstraße 

06   Christuskirche auf dem Werderplatz

07   Lanz Villa (PalaisLanz) in der Erzbergerstraße 18

08   Verwaltungsgerichtshof in der Schubertstraße 11

09   Haupteingang des Luisenparks in der Theodor-Heuss-Anlage 2

 

 

Reine Fahrtzeit der gesamten Strecke: ca. 1 Std. und 30 Min.

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