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Teil 3 - Über Freud und Leid

Der Weg verläuft weiter geradeaus zur Breitenstraße, die rechter Hand zum Mannheimer Barockschloss führt. Das Schloss beheimatet nicht nur die Universität, sondern auch ein kleines Museum, das Einblicke in gut 300 Jahre Schlossgeschichte gibt.

Ein besonderes Highlight ist die alljährliche Begrüßung der Erstsemester im September. Ein Fest, an dem gefühlt ganz Mannheim teilnimmt, egal ob jung oder alt. Bei freiem Eintritt wird ein abwechslungsreiches Programm drinnen im Schloss und draußen auf dem Ehrenhof geboten. Lokale und nationale Musiker und DJs, Comedy, Vorträge, Street Food und das beliebte Feuerwerk haben all die Jahre immer für gute Stimmung gesorgt!

Vor dem Schloss sind auf der Bismarckstraße mehrere Schilder im Boden eingelassen und erinnern an die vielen Innovationen, die die Stadt hervorgebracht hat.

Rückseite des Mannheimer Barockschlosses in der Otto-Selz-Straße

Es beginnt das letzte Teilstück. Vom Weg abweichend, nur ein Quadrat weiter nach links in N1 ist die Stadtbibliothek. Noch ist sie in dem von den Mann-heimern meist gehassten Gebäude der Stadt am Paradeplatz untergebracht. Dem Stadthaus. Und der schmerzende Stachel sitzt weiterhin tief. Bei einem Bürgerentscheid in den 1980er Jahren stimmten sie mit großer Mehrheit für den Wiederaufbau des "Alten Kaufhauses", doch die Stadtverwaltung zog am Ende einen Neubau vor.

Ich persönlich mag die verglaste Rückseite sehr. Auf den Terrassen der dort ansässigen Gastronomie lässt es sich unter Palmen und Schirmen wunderbar entspannen. Doch zurück.

 

 

Die Stadtbibliothek in N1 - bald neben an, in einem Neubau auf dem Dalbergplatz in N2. Hier befindet sich auch das alte Dalberghaus, in dem die Musikbibliothek beheimatet ist.

Nach vier M-Quadraten und am Polizeipräsidium in L4 vorbei, führt links eine Treppe hinab in die Lauer´schen Gärten. Ein herrlicher Ort zum Verweilen und Träumen, in dem sich die letzten oberirdischen Reste der Mannheimer Befestigung befinden. Und doch birgt eine traurige Geschichte in ihm. Unmittelbar vor der amerikanischen Besetzung, wurden die letzten drei Opfer der Nationalsozialisten in Mannheim an dieser Mauer hingerichtet.

Auf der gegenüberliegenden Seite geht es wieder hoch zu den Kapuzinerplanken.

Doch nur wenige Schritte nach rechts ist die Hochschule für Musik und darstellende Kunst, deren Gebäude bei musikalischer Untermalung – mindestens ein(e) Student(in) ist immer bei der Probe zu hören, ebenfalls schön anzusehen ist. Vis á vis die ehemalige Reichsbank.

 

 

Lauer´sche Gärten in M6

Auf den Kapuzinerplanken werden regelmäßig diverse Märkte veranstaltet. Ganz hinten auf der anderen Seite des Platzes sitzt einsam der Blumepeter. Die Statue erinnert an den verarmten, geistig und körperlich behinderten Peter Schäfer, der in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts in diversen Mannheimer Lokale seine Blumen anpries. Ihm wurde eine verbale Schlagfertigkeit nachgesagt und darum als Bloomaul betitelt. Daraus resultierte die jährliche Verleihung des Bloomaulordens durch den Faschingsverein Feurio und der hiesigen Tageszeitung Mannheimer Morgen, der an ebenso schlagfertige und engagierte Bürger geht. Dem Blumepeter zu Ehren findet zudem immer im September ein Benefizfest rund um den Wasserturm statt.

Der „quadratische“ Rundgang endet auf den Planken, doch empfehle ich noch mit dem Wasserturm im Rücken zum Mittelpunkt der Quadrate, dem Paradeplatz zu laufen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Der Blumepeter auf den Kapuzinerplanken in O5/O6

Auf halber Strecke in Höhe Haltestelle Strohmarkt zeigt ein bronzefarbiges Balkongeländer den Jagdzug des Kurfürsten Carl Theodor. Unweigerlich wird man an ein sehr bekanntes Volkslied erinnert, dass selbst meine Oma "im Pott" zu Lebzeiten mir vorgesungen hat:

Ein Jäger aus Kurfalz. 

Auf dem Paradeplatz angekommen, kühlt insbesondere im Sommer das Wasser der über 250 Jahren alten Grupello Pyramide angenehm die Hände und Arme. Sitzbänke zwischen den Blumenbeeten laden dazu ein, Gesehenes noch mal auf sich wirken zu lassen und zu verarbeiten.

Mannheim - die Stadt der Kontraste. Historische und moderne Bauten erzählen von der lebendigen 400jährigen Geschichte dieser Stadt.

Jede Epoche trug zur stetigen Veränderung dieser Stadt bei. All das zusammengepackt macht den einzigartigen Charme dieser Stadt aus. 

Leider kommt die Schönheit des Brunnen am Paradeplatz in O1 durch das Stadthaus nicht so wirklich zur Geltung.

 

3. Streckenabschnitt der Route: Einmal im Quadrat

01   Barockschloss Mannheim / Meile der Innovationen, Bismarckstraße

02   Stadtbibliothek im Stadthaus in N1

03   Polizeipräsidium in L6

04   Lauer´schen Gärten in M6

05   Musikhochschule in N7

06   Kapuzinerplanken mit Blumepeter in O5/O6

07   Bronzegeländer am Strohmarkt / P5

08   Ziel / Grupello-Pyramide auf dem Paradeplatz in O1

 

 

Reine Laufzeit der Gesamtstrecke: 1 Std. und 20 Min.

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