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Teil 1 - Über runde Kurven und andere Versuchungen

Wer das erste Mal in Mannheim ist, empfehle ich innerhalb der Quadrate im Quadrat zu gehen, um sich einen kleinen Überblick zu verschaffen und viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten kennenzulernen. An jedem Eck befindet sich eine kleine Grünanlage und hilft bei der Orientierung.

Die Entdeckungstour beginnt aber zuerst mit der prachtvollen Jugendstil-anlage, dem Friedrichsplatz. Hier am Mannheimer Wahrzeichen, dem Wasserturm, führt der Weg auf die Planken, Mannheims frisch aufpolierte Einkaufsstraße. 

 

 

 

 

Wahrzeichen Mannheims: Der Wasserturm am Friedrichsplatz

Zu seinen Füßen finden regelmäßige Veranstaltungen statt, wie z.B. das Blumepeter-Fest oder der Mannheimer Weihnachtsmarkt

Rechter Hand befindet sich die ÖVA -Passage. Ein Blick hinein lohnt sich. Die kurvige Passage aus den 50er Jahren steht unter Denkmalschutz und beeindruckt allein schon durch die rundgeformten Schaufenster. Zurück auf den Planken geht es bei nächster Gelegenheit rechts zum Münzplatz. 

Das zweiteilige noch junge Einkaufszentrum Q6/Q7 mit ausgesuchten Geschäften, einem namhaften Hotel mit beliebter Bar, einem Fitnessstudio und vielen Wohnungen ist über dem Münzplatz mit einer verglasten Brücke verbunden. In den beiden Innenhöfen gibt es reichlich viel Grün für die Bewohner. Im Untergeschoß der Shopping Mall hat sich im Restaurant Emma Wolf since 1920 Dennis Maier einen Stern erkocht. Hinter dem Münzplatz macht die Straße eine leichte Linkskurve.  

 

In den 4 Passagen ÖVA in P7 (Bild), Kurfürsten, Heinrich-Vetter und Plankenhof wartet der meist Inhabergeführte Einzelhandel mit einem besondern Angebot auf.

Ein schmaler, fast unscheinbarer Weg rechts führt zum Lameygarten, der in jungen Jahren eher einem Park glich und bis zum Ring reichte. Das übriggebliebene Stück ist heute eine kleine grüne Oase, ein Ort, an dem man Ruhe und Erholung findet. Namensgeber August Lamey war in den 1860er Jahren badischer Innenminister.

Am Ende der Kurve geht links ums erste Eck der „quadratische“ Rundgang am Institut für Deutsche Sprache vorbei.

Der in Leipzig gegründete Duden gab ab den 1950er Jahren zwei Parallel-ausgaben heraus, eine Ost und eine West. Damals entschied man sich für Mannheim als Firmensitz der Westausgabe. Das Institut für Deutsche Sprache, eine Einrichtung des Leibnitz-Institutes zu Erforschung und Dokumentation der Deutschen Sprache, wurde gut zehn Jahre später gegründet. Mannheim galt darum lange als "Hauptstadt der deutschen Sprache". Der Duden zog vor ein paar Jahren nach Berlin, das IDS blieb.

Institut für Deutsche Sprache in R5, 6-13

3 Quadrate geradeaus weiter folgt eine der vier namhaften Kirchen Mannheims. Die evangelische Citykirche Konkordien mit der angrenzenden Mozartschule in R2. Pfarrerin Ilka Sobottke, auch als Hörfunkpfarrerin beim SWR3 und Sprecherin vom „Wort zum Sonntag“ bekannt, ist aktuelle Trägerin des Mannheimer Bloomaulordens. Seit 50 Jahren wird die Auszeichnung an Menschen aus Mannheim vergeben, die sich, schlagfertig und nicht auf den Mund gefallen, also auf ganz besondere Weise durch bürgerschaftliches Engagement hervorgetan haben. 

Ein kleiner Abstecher in Richtung Neckar, vorbei an S2 und T2 lohnt sich. Hier in U3 steht eines der wenigen Jugendstilbäder Deutschlands, das imposante Herschelbad von 1920.

Obwohl es zugegebenermaßen modernisierungsbedürftig ist, ein paar Bahnen hier zu ziehen sei wärmstens empfohlen. Das Ambiente erfreut jede Wasserratte!

Eine von 3 Schwimmhallen im Herschelbad in U3,1

Der ursprüngliche Weg führt zurück an der Citykirche vorbei auf den Markt-platz in G1. Im Zentrum steht der Marktplatzbrunnen. Ein paar wenige Wohn- und Geschäftshäuser muten neben dem Alten Rathaus und der katholischen Kirche St. Sebastian in ochsenblutfarbigem Anstrich Altstadtidylle an. Markttage sind Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Insbesondere samstags kann man von einem der zahlreichen Terrassen über-wiegend türkischer Cafés und Restaurants ein reges Treiben auf dem Markt beobachten. Sie bilden das Tor zu „Klein Istanbul“, einem von muslimischen Geschäftsleuten geprägtes Viertel. Aus vielen Teilen Deutschlands und den Nachbarländern ziehen die zahlreichen Brautmodengeschäfte und Juweliers zwischen K1 und F1 Kunden an. 

Weiter in Richtung G7 locken türkische Lebensmittelhändler. Insbesondere dem ganzen Süßkram in den Auslagen der Bäckereien lässt sich wahrlich nur schwer wiederstehen!

Neben Café Herrdegen (E2) das ältestes Bauwerk: Rathaus mit St. Sebastian

 

1. Streckenabschnitt der Route: Einmal im Quadrat

01   Start / Mannheimer Wasserturm auf dem Friedrichplatz

02   ÖVA-Passage in P7

03   Shopping Mall Q6/Q7 am Münzplatz

04   Lameygarten in R7

05   Institut für Deutsche Sprache in R5, 6-13

06   Citykirche Konkordien in R2

07   Herscheldbad in U3, 1

08   Marktplatz mit Altem Rathaus und St. Sebastian in G1

09   Klein Istanbul, K1 bis F1

 

 

Reine Laufzeit der gesamten Strecke: 1 Std. und 30 Min.

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