Teil 3 - Über Räuber und Helden

Ein weiterer Kurfürst, Carl Theodor, gründete die erste feststehende Bühne mit festem Ensemble, die 1839 unter städtischer Verantwortung gestellt wurde und somit Deutschlands erstes kommunales Theater wurde. Das heutige Nationaltheater Mannheim ist ein 4-Sparten-Haus und wurde nach den Plänen des Architekten Gerhard Weber auf dem Goetheplatz Ende der 1950er Jahre errichtet, nachdem der ursprüngliche Bau in den Quadraten im 2. Weltkrieg zerstört wurde. Das Eröffnungsstück, wie sollte es auch anders sein, waren zu Ehren Friedrich Schillers "Die Räuber". Er schrieb das Stück seinerzeit in Mannheim, die Uraufführung galt unter den Bürgern als Skandal.

Der Weber-Bau war in jüngster Vergangenheit nicht unumstritten, da er ein Sanierungsfall ist, und trotz Denkmalschutz, die Frage im Raum stand, ob er abgerissen werden soll. Der Gemeinderat hat am Ende mit großer Mehrheit der Sanierung zugestimmt, nachdem Gelder von Bund und Land bewilligt wurden.  

Das Nationaltheater Mannheim auf dem Goetheplatz am Friedrichsring

Sport wird ebenfalls in Mannheim großgeschrieben. In den 1980er Jahren spielte der SV Waldhof 7 Jahre in der 1. Fußball-Bundesliga. Dann wendete sich das Blatt. Bis vor kurzem spielte der Verein noch in der Regionalliga und machte eher Dank ungehaltener Fans und internen Querelen für Negativ-Schlagzeilen.

In dieser Zeit erinnerte man sich seufzend an den Mannheimer Josef „Sepp“ Herberger, der als Bundestrainer mit der Deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 1954 für das „Wunder von Bern“ sorgte und den Pokal nach Deutschland holte. „Der Ball ist rund“, „Das Spiel dauert 90 Minuten“ oder „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ – Herberger war um keinen Spruch verlegen, halt typisch Monnemer! Mit dem Aufstieg des SVW steigt auch wieder die Hoffnung auf bessere Zeiten.

 

"Wir sind alle Mannheimer Jungs" an der Sonderburgerstraße auf dem Waldhof

Heute sind es die Rhein-Neckar-Löwen und die Adler Mannheim, die in ihren Disziplinen Handball und Eishockey ganz oben in der Liga erfolgreich spielen und einige Deutsche Meistertitel zu verzeichnen haben.

Ja, wir „Monnemer“ sind ein buntes Volk! Wir sind sportlich und kultur-interessiert. Wir haben Erfindergeist und sind Sonnenanbeter. Hilfsbereitschaft und Toleranz sind für uns selbstverständlich. Aber vor allen Dingen können wir zupacken. Mannheim ist halt eine Arbeiterstadt.

Vielleicht kommt deshalb der Dialekt etwas ruppig und direkt, ein Lächeln etwas spärlich daher. 

 

 

 

 

Auch auf besondere Art und Weise verewigt: Die Adler Mannheim in einer Autowaschanlage in der Möhlstraße 7-17

Wir brauchen keine verträumte Altstadtromantik. Wir haben ein Hafenquartier mit einer verruchten Vergangenheit! Und Hendrik Meier, Deutschlands erster Nachtbürgermeister sorgt dafür, dass Nachtkultur und Nachruhe in Einklang gebracht werden. 

Wir sind Baden-Württembergische Meister im Müll produzieren und leider auch in Straßen verschmutzen. Vielleicht müssen wir uns mehr mit unserer Stadt identifizieren, vielleicht etwas nachhaltiger denken, manches mehr wertschätzen und pflegen - Stadtverantwortliche und Bürger gleichermaßen. Nobody is perfect. Aber Luft nach oben ist da. Auch daran arbeiten wir.

Natürlich! Mannheim.

 

 

 

Nein, wahrlich kein schöner Ort. Mannheims einzige "U-Bahn Station" im Hafenquartier Jungbusch

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